Ganzkörperkälte in der Cryosauna

Abrisskante in blau

Ganzkörperkälte bis -140°C

Kernstück unserer Therapie ist die Ganzkörperkälte. Diese ist seit über 30 Jahren in der Medizin etabliert und kam bisher überwiegend in Rehazentren zum Einsatz.

Man befindet sich 3 Minuten in einer Kältesauna mit - 110° bis -140° C.

Da es sich um extrem trockene Kälte handelt, wird diese zwar als kalt, jedoch nicht unangenehm empfunden. Diese 3 Minuten scheinen dann im Körper Prozesse anzustoßen, die für gewisse Erkrankungen genutzt werden können. 

Für folgende Krankheiten können die Effekte der Kältetherapie genutzt werden:

  • Entzündlich-rheumatische Gelenkerkrankungen

  • Zentrale Ermüdungserscheinungen

  • Arthrosen

  • Fibromyalgie

  • Chronische Schmerzen

  • Wirbelsäulensyndrome

  • Sehnenentzündungen

  • Spastik der Muskulatur

  • Multiple Sklerose

  • Stumpfe Gelenkverletzungen

  • Schuppenflechte

  • Neurodermitis

  • Asthma bronchiale

  • Muskuläre Dysbalancen

  • Psychophysische Leistungsminderung

  • Schlafstörungen

Quelle: Prof. W. Papenfuß, Die Kraft aus der Kälte, 3. überarbeitete Auflage, Edition k (Verlag) 

Die zahlreichen Studien deuten auf folgende Wirkungen hin:

  • Schmerzlinderung

  • Entzündungshemmung

  • Immunmodulation

  • Förderung des Wohlbefindens

  • Regulation des zentralen Aktivitätsniveaus

  • Funktionsverbesserung der Gelenke

  • psychophysischer Leistungsstimulierung

  • Ökonomisieren des Herz-Kreislaufsystems und des Energiehaushalts

  • Wirkung auf die Skelettmuskulatur (Regulation des Tonus, Verbesserung der Durchblutung und des Stoffwechsels, Modifizierung der neuronalen Aktivierung)

  • antiinflammatorischer (antientzündlicher), antioxidativer und antihämolytischer Schutzeffekt bei extrem hohen sportlichen Belastungen

Quelle: Prof. W. Papenfuß, Die Kraft aus der Kälte, 3. überarbeitete Auflage, Edition k (Verlag) 

Weitere Anwendungsbereiche der Ganzkörperkältetherapie

Abrisskante in blau

Physiotherapie und Regeneration nach Operationen

In einigen Untersuchungen konnten auch verbesserte Regeneration nach Operationen (nach vollständiger Wundheilung), sowie eine erhöhte physiotherapeutische Effizienz beobachtet werden, wenn die Patienten im Vorfeld einer Ganzkörperkälteanwendung ausgesetzt waren.

Sport und Rehabilitation

Zunehmend findet die Ganzkörperkältetherapie (GKKT) auch Einzug in den Profi- sowie in den ambitionierten Amateursport. Die Sportler berichten von subjektiv verbesserter Regeneration nach sportlichen Anstrengungen und Wettkämpfen, sowie vereinzelt auch von gesteigerter Leistungsfähigkeit und nutzen Sie auch zunehmend präventiv.

Bei einer Befragung der Rehaklinik Bad Vöslau wurde die Zufriedenheit mit der Ganzkörperkältetherapie von Leistungssportlern ermittelt. (Savalli L, Hernandes Sendin M I, Lamaignere P, Trouve ́ P, Puig PL, Laboute E: Interesse der Sportler an der Ganzkörperkältetherapie. 2. Österreichisches Symposium Ganzkörperkältetherapie 17./18. Febr. 2006, Kurzentrum Bad Vöslau)

Von den 276 Sportlern, die unter Schmerzen litten, schreiben 72% der GKKT eine kurzfristige schmerzlindernde Wirkung zu, eine dauerhaft schmerzlindernde Wirkung geben 50% an. 84% der Befragten gaben an, dass die GKKT ihre physische Form verbessert habe, und 87% bestätigten eine Verbesserung der Regenerationsfähigkeit. 60% der Sportler sind der Meinung, dass die GKKT ihr Wohlbefinden verbessert habe, und 47% haben eine positive Wirkung auf ihr Schlafverhalten festgestellt. 70% der Befragten sind der Meinung, dass die GKKT zu den Genesungsfortschritten beigetragen hat. Insgesamt 95% mit der GKKT zufrieden.

Adipositastherapie

Als Hintergrund will man hier die Thermogenese des Körpers nutzen. Als Schutz vor dem extremen Kältereiz produziert der Körper zusätzliche Wärme. Dies kann nach jeder Anwendung als angenehmes Wärmegefühl Ausdruck finden. Hierdurch wird der Stoffwechsel angeregt, welcher dann vermehrt Kalorien verbrauchen soll. In einer Fallstudie der TU München soll durch Spirometrie während der GKKT eine Erhöhung um den Faktor 5 festgestellt worden sein.

Tatsächlich gibt es hierzu auch eine Beobachtungsstudie, in der 3 Gruppen gebildet wurden.

 1. Gruppe Ganzkörperkälte UND Diät,
2. Gruppe Sport (Walking) UND Diät,
3. Gruppe nur Diät.

Erstaunlich war, dass in der Gruppe mit der Ganzkörperkälte eine signifikant größere Gewichtsreduktion erzielt werden konnte, als in der Sportgruppe. Diese holte jedoch nach 6 Monaten auf ,mit der Tendenz zu überholen.

Interessanterweise sank im Blut das Enzym Leptin, welches als Sattmacherenzym angesehen wird, bei der Eissaunagruppe am langsamsten was erklären könnte, dass diese Gruppe am wenigsten an Hungergefühlen litt.

Insgesamt wurde aus dieser Beobachtung geschlossen, dass Ganzkörperkälte besonders in der Anfangsphase einer Diät motivierend und fördernd unterstützen kann.

(Efficacy of cryotherapy for comprehensive treatment of alimentary constitutive obesity of young adults Dissertation v. S.E. Bugayan 2011/04)

Die Rolle des braunen Fetts

Grundsätzlich kann man 2 Arten von Fett im Körper unterscheiden.

Zum Einen das weiße Fett, welches wir alle kennen und minimieren möchten. Funktion dieses Fettes ist lediglich die Energiespeicherung. Es entsteht, wenn wir mehr Energie aufnehmen als verbrauchen.

Zusätzlich gibt es auch noch die braunen Fettzellen, die gehäuft bei Babys und Säuglingen vorkommen und, anders als das weiße Fett, selbst Energie durch ihre Mitochondrien (Kraftwerke der Zellen) verbrennen. Bisher ging man davon aus, dass mit zunehmendem Alter das braune Fett verschwindet. Wissenschaftler der TU München fanden heraus, dass der Mensch nun doch über mehr braunes Fett verfügt, als gedacht. Dieses könnte in Zukunft bei der Adipositas und Diabetestherapie nutzbringend eingesetzt werden.

(Deutsches Ärzteblatt 5.3.2017)

Neben einer vermutlich genetischen Disposition zur Menge an braunem Fett im Körper könnte dieses energieverbrennende Fett bei Erwachsenen durch Kälte aktiviert werden. Dies fanden niederländische Forscher heraus.

(Cold activated brown adipose Tissue in healthy men, PhD. Wouter D. van Marken Lichtenbelt, Joost W. Vanhommering, Nanda M. Smulders, et al. 9.4.2009, N Engl J Med 2009)

Sollte sich diese Annahme bestätigen, könnte die Ganzkörperkälte noch zusätzliche positive therapeutische Effekte haben, die derzeit jedoch nicht bestätigt sind.